Gesprächspartner

Hier sind die bisher interviewten Zeitzeugen mit den Hauptgesprächsinhalten aufgeführt.

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Zeitzeugen Interview / Fehnmuseum Eiland

(Hier sind auch alle Zeitzeugenfilme mit einem Bild aufgeführt und aktivierbar)

Nu geiht los.



1.   Hermann Aden / 26835 Hesel

      Missionar in Südostafrika und danach Pastor in Backemoor und Nortmoor.
      Kindheitserinnerungen der letzten Kriegsjahre im Ruhrgebiet und Ostfriesland.

2    Johann Brunken / 26629 Westgroßefehn

      Handwerker in Westgroßefehn - Aufbau einer Schlosser- und Landmaschinenwerkstatt.

      Lohnunternehmer in der Landwirtschaft  (Walzen- und Getreidedrusch).

3.  Karl Buschmann / 26629 Timmel

     Schmiedemeister - Jugend- und Kriegserlebnisse in Timmel, Ausbildung zum Schmied
     und Tätigkeit als
LKW Fahrer in den 50er Jahren.

4.  Herold Diekhoff / 26629 Timmel

     Seine Ausbildungsbetriebe waren die Schlosser- und Tischlerwerkstatt der Sägemühle

     auf dem Eiland - jetzt Fehnmuseum. Berichtet auch von dem 1,18 m großen
      Sägemeister ( Sagbaas)
 "Lüttje Soeke"

5.  Heinrich Doyen / 26639 Wiesmoor

     Mitbegründer der Fa. Bohlen & Doyen - Entwicklung von der Binnenschifffahrt zum  
     international tätigen
Tiefbauunternehmen.

6.  Heinrich Jürgen Eden / 26629 Mittegroßefehn

     Stellmachermeister und Hersteller von Boßelkugeln sowie Mörser für den afrikanischen

     Markt.  Weiterer Gesprächspartner war der Afrikaner Abdou Quedraogo.

7. Wilhelm und Angela Egenhoff / 26340 Ruttel bei Neuenburg.

    Der Mühlenbesitzer, der mahlt und malt und Musik macht. Außerdem ist er
    Hobbytischler für Mühlenmodelle. Ein Multitalent der besonderen Art.
8. Familie Feyen / 26629 Mittegroßefehn
    Sie lebt hier seit 300 Jahren als Bierbrauer. Zur Jubiläumsfeier erzählen die Geschwister
    Sophie Rademacher und Gerhard Feyen vom Werdegang des Unternehmens.

9. Gesine Frerichs / 26607 Rahe
    Sie lebte viele Jahre mit ihrem Mann Bernhard in Westgroßefehn, wo sie den landwirt-
    schaftlichen Betrieb des Landkreises Aurich in Zusammenarbeit mit dem Fürsorgeheim
    bewirtschafteten.

10. Hermann Frerichs / 27751 Delmenhorst

      Ein Fehntjer Junge erzählt von seinen Jugendstreichen in Westgroßefehn,
      von seiner Ausbildung zum Kapitän auf Großer Fahrt und dem Leben als
      Hafenpolizist in Bremen.

11. Geschwister Johanna und Albertus Geiken / 26629 Ostgroßefehn
      Sie gehören zu einer alteingesessenen Kapitäns- und Reederfamilie.

      Wir erleben eine amüsante Plauderei.

12. Robert Henninga / 26639 Wiesmoor
      Er beschreibt die Entwicklung seiner Gemeinde vom unwegsamen Hochmoor zur
      jungen Blumenstadt.
13. Jan Janssen / 26632 Riepe
      Er berichtet, wie unfruchtbares Grünland, weit unter NN, reich an Dobben und Wasser-
      läufen durch Überflutung mit Ems- und Hafenschlick zu hochwertigem Ackerland wurde.

14. Therese Janssen / 26629 Westgroßefehn
      Sie beschreibt die Zeit ihrer Jugend und das einfache Leben auf dem Fehn.

15. Friedrich Kleemann / 26842 Potshausen

        Er lebt im ostfriesischen Zweistromland zwischen Leda und Jümme und berichtet

      von den letzten Kriegstagen um Potshausen. Desweiteren erzählt er vom Bau des
      Ledasperrwerkes und der Trockenlegung der Ländereien.

16. Hannalotte Kracht / 26802 Warsingsfehn
      Sie hat von Leer aufs Fehn geheiratet, wo sie mit ihrem Mann ein Textilhaus führte.
      Sie berichtet aus Briefen der Vorfahren ihres Mannes. Es werden die Ängste und
      Erlebnisse eines Käpitäns Ende 1800 geschildert.

17. Albert Kroon / 26629 Bagband
      Er war Landwirt und in vielen gemeinnützigen Ausschüssen und Vereinen ein eifriger
      Mitgestalter mit großem Wissensschatz.

18. Bernd Meyer / 26624 Bedekaspel - Südbrookmerland
      Reithdachdecker, Fischer und Jäger am Großen Meer. Er berichtet von seinem
      vielseitigen Leben, reich an Naturerlebnissen.

19. Bernhard Meyer / 26629 Mittegroßefehn

      Sein Thema sind Kriegserlebnisse, über die allgemein ungern gesprochen wird.
      Als Verwaltungsangestellter widmete er sich in seiner Freizeit den Familienchroniken
      des Orte und der Kunstmalerei. Er zeigte uns wertvolle Gemälde.

20. Heinrich Mönk / 26629 Ostgroßefehn
      Er war Mühlenbauer und einer der Letzten, der Mühlen aufgebaut und in 

      Ordnung gehalten hat.

21. Ingrid Onnen, geb. Beyer / 26629 Ostgroßefehn
      Als Flüchtlingskind aus Pommern vertrieben, fand sie mit Mutter, Tanten und
      Cousinen in Westgroßefehn eine Unterkunft. Sie blieb und heiratete Fritz Onnen.

22. Fritz Ottersberg / 26639 Wiesmoor

      Er war Binnenschiffer und hat viel Amüsantes über den Schiffbau und die Fehn-

      schifffahrt zu erzählen.

23. Johann Piepersgerdes / 26629 Ostgroßefehn

      Der letzte Werftbesitzer auf dem Fehn, der die Übergangszeit des Baues von Holz-

      zu Eisenschiffen miterlebte.

24. Willi Schapp / 26629 Mittegroßefehn

       Eine alte Schifferfamilie auf Mittegroßefehn (Lüttje Oldendörp) hat auf ihrem    
       Grundbesitz Schiffe
 gebaut, mit Holz gehandelt und Reedereiaufgaben abgewickelt.

25. Johann Schlömer / 26632 Lübbertsfehn

       Seine Familie lebte auf einem Bauernhof auf dem heutigen Fehnmuseumsgelände,

       zu dem auch eine Werft und Sägemühle gehörten - ein sehr bodenständiger
       Gesprächspartner.

26. Hermann Schreiber / 26639 Wiesmoor

      Als ehemaliger Gemeindedirektor berichtet er vom Torfkraftwerk (1907 - 1964)

      und der Entwicklung der Gemeinde Wiesmoor. Hermann Schreiber hat das Torf-
      und Siedlungsmuseum mit aufgebaut und lange Jahre geleitet.

27. Claas Steenblock / 26831 Landschaftspolder

      Die Landgewinnung von fruchtbarem Meeresboden für die Landwirtschaft
      ist seit vielen hundert Jahren ein bedeutendes Werk der Friesen. Er berichtet vom
      Deichbau, vom Landschaftspolder und der schweren Arbeit der Eindeichung.

28. Theodor Steenblock / 26629 Spetzerfehn
      In der Mühlengemeinde Großefehn stehen noch fünf gut erhaltene Windmühlen.

      Eine davon gehört Theodor Steenblock. Er mahlt noch leidenschaftlich mit

      Wind und erzählt vom Werdegang seiner Mühle und dem Müllerhandwerk.

29. Kurt Stier / 26629 Ostgroßefehn

      Als Kind aus seiner Heimat vertrieben fand er zufällig seinen Vater in den 

      Baracken der Moorarbeiter in Wiesmoor wieder. Die Familie kam zusammen und

      Kurt Stier blieb zeitlebens in Großefehn.

30. Sebastian Weber / 26629 Timmel

      Als junger Bursche von 17 Jahren wurde er zum Militärdienst einberufen. Nur 

      durch den Umstand einer Fußverletzung blieb er von der Front verschont und 

      kehrte auf kuriosen Wegen bald zurück. Er betreibt erfolgreich eine Landwirtschaft.

31. Karl Weber / 26629 Großefehn     
      geboren in Südermoor, aufgewachsen in Bagband, hat schon als Schüler mit seinem
      Vater oder Opa schwere Milchkannen zur Molkerei transportiert. In der Landwirtschaft
      verdiente er seinen ersten Lohn. Später wurde er Heizer auf diversen Binnenschiffen und
      LKW-Fahrer beim Baustoffhandel. Er berichtet von Kriegserlebnissen, Tieffliegern und
      abgestürzten Flugzeugen. Sein Hobbys waren die Kaninchenjagd mit Frettchen und die
      Imkerei. Der Imkerei ist bis heute treu geblieben.

32. Annette Ahrends

      Sie hat mit 107 Jahren das biblische Alter weit überschritten. Wie sie ihre Jugend und
     zwei Weltkriege, den Geldwertverfall der Inflation 1923 und entbehrungsreiche Zeiten
     zwischen und nach den Kriegen erlebt hat, davon berichte sie. Auch eisige Winter hat sie
     erlebt, in denen die Inseln durch Eis vom Festland abgetrennt waren. Alles ist uns heute
     unbekannt und kaum vorstellbar.

 

33. Jan de Buhr / Veenhusen
      Er  entstammt einer Seefahrerfamilie. Sein Herz schlägt für die Seefahrt, mit der er sich  
      intensiv befasst. In diesem Film bericht er aus dem Leben von Hemme Janssen, der als
     14 Jähriger die Volkschule verlassen hat, als Schiffsjunge begonnen und seine Laufbahn
     als Seefahrtschuldirektor diverser Seefahrtschulen beendet hat. Eine besondere
     Laufbahn, die große Beachtung und Anerkennung findet.

 

34. Dr. Walter Baumfalk
      Er widmet sich in seiner freien Zeit der bildenden Kunst in Ostfriesland. Eine große
      Sammlung wertvoller Bilder von Künstlern aus der Region befindet sich im

      Landesmuseum in Emden. Einem besonderen Lebensweg hat er sich gewidmet, nämlich
     den der Scherenschnittkünstlerin Anna de Wall aus Großefehn. Wertvolle Literatur und
     Abbildungen zeugen vom Lebenswillen der schwer behinderten Künstlerin.

 

35. Nikolaus Eilers
      Er entstammt einer alten Handwerkerfamilie. Er wurde Mühlenbauer bei der Firma Mönck
      in Großefehn. Lange Jahre gab es dort genug zu tun, doch mit der Elektrizität kam das
      Mühlensterben und das Ende der Müller und Mühlenbauer. Er beschreibt seine Arbeit in
      und an den Mühlen, die oft waghalsig und gefährlich waren aber auch sehr präzise
     Ausführung erforderte bei der Herstellung der Zahnräder. So beschreibt er seine
     Tätigkeiten.

 

36. Reinhard Lühring

      Saatgut für das nächste Jahr wurde früher aus bäuerlichen Gärten selbstverständlich in jedem
      Haushalt zurückgelegt. Das wird im Zeitalter der Hybridsorten oft vergessen. Dadurch
      verschwanden viele gute, alte Sorten. Reinhard Lühring hat den Verlust erkannt, sammelt und
      vermehrt seitdem das was er noch vorgefunden hat und baute sich damit eine Existenz auf. Als
      Fachmann und Gartenliebhaber regt er zum nachahmen an.

 

37. Johannes und Renate Soffner

      Das Leinerstift hat seinen Ursprung durch Johann Heinrich Leiner vor etwa 150 Jahren in
      Großefehn. Das Ehepaar Soffner leitete das Heim über viele Jahre, das seitdem eine sprunghafte
      Entwicklung nahm. Es dient den Kindern, die keine Eltern oder ein schwaches Elternhaus haben,
      um auf den rechten Lebensweg zu kommen. Es hat in ganz Norddeutschland große Anerkennung
      gefunden.

 

38. Johann Dinger

      Johann Dinger, über 100 Jahre alt, hatte durch diverse Krankheiten einen schweren Weg durchs
      Leben. Er wurde Schneider, lange Arbeitstage und geringer Lohn setztem ihm zu, weil er von
      seinen Meistern ausgenutzt wurde. Mit dem Wechsel der Arbeit wurde er körperlich oft
      überfordert. Darum meldete er sich freiwillig zum Militärdienst. Erst als Rentner wurde das Leben
      für ihn lebenswert.

 

39. Willi Jakobs

      Neuharlingersiel, einst das kleinste Dorf Deutschlands hat viel erlebt. Als Fischerei- und
      Fährhafen lebten die Bewohner lange Zeit vom Fang der Fische und anderer Meeresfrüchte.
      Später als die Inseln und die Küstenregion von den Urlaubern entdeckt wurde brachten die das
      Einkommen mit der es sich besser leben ließ. Willi Jakobs fängt nach wie vor Fische und
      Garnelen, was er seinen Gästen auf seinem Fischkutter „Gorch Fock“ gerne zeigt und erklärt.

 

40. Bernhard Wolzen

      Wer wünscht sich nicht die freie Zeit? Doch wenn Kinder und Jugendliche davon zu viel haben,
      können sie in schlechten Umgang geraten. Das hat auch der englische General Barden Powell
      Ende des 19. Jahrhunderts erkannt und die Jugend bei Spiel und Sport beschäftigt. Das führte zur
      Gründung der Pfadfindervereinigung, die weltweit Nachahmer fand. So auch in Friedeburg.
      Bernhard Wolzen war fast sein Leben lang dabei und hat diese Gruppe geleitet.

      Seine spannenden Erlebnisse berichtet er uns in diesem Film.

 

41. Hinrich Trauernicht

      Spetzerfehn liegt zentral in einem ehemals riesigen Moorgebiet zwischen diversen Geestdörfern.
      Lange Zeit war es eine herrenlose wilde Wüstenei, bis der Fiskus den großen Wert darin als
      Brennmaterial erkannte. Doch nur halbherzig ging es ans Werk, bis Friedrich der Große das
      Urbarmachungsedikt erließ. Er brauchte Land für die wachsende Bevölkerung und förderte die
      Nutzung durch Gründung des Fehns. Es wurden Kolonate in Erbpacht vergeben und bald fanden
      sich fleißige Kolonisten, die das Moor in ein idylisches Spetzerfehn verwandelten.

 

42. Hans Jürgen Rieger

      An der Nordseeküste leben die Bewohner seit einigen hundert Jahren mit Landabbrüchen und
      Landgewinnung. Leybuchtpolder ist die letzte Eindeichungsmaßnahme. Erst 1950 wurde der Deich
      geschlossen und etwa 900 ha Meeresboden konnten zu wertvollem Ackerland trocken gelegt werden.

      Etwa 100 Familien fanden eine neue Heimat und Lebensgrundlage.

      H. Jg. Rieger ist einer der Siedler, der uns den Werdegang erklärt und Einblick gewährt wie ein neues
      Dorf entstanden ist.

 

43. Theodor Boekhoff

      In Kloster Muhde an der Ems ist er als Sohn eines Landwirts aufgewachsen. Seine Liebe zu den Tieren
      hat ihn geprägt. Lebhaft erzählt er von Erinnerungen an die Jugendzeit und der zeit als erfolgreicher
      Reiter.

      Sein Berufsweg war praktischer Landwirt sowie die Ackerbauschule Hohenheim. Im Versuchsgut
      Limburger Hof des Chemiekonzerns BASF übernahm er die Leitung mit sehr gutem Erfolg. Als Rentner
      pflegte Theodor Boekhoff die Kontakte zu den Landwirten für den Verein Ostfriesischer
      Stammviehzüchter.

 

44. Heiko Campen

      Vor etwa 1.100 Jahren mussten die Friesen sich gegen eindringende Wikinger wehren. Das erforderte
      einen starken Zusammenhalt was zur Gründung der Theelacht führte. Angespültes und eingedeichtes
      Land wurde an erfolgreiche Bauernkämpfer verteilt. Wo Pachtgelder eingenommen wurden ging es an die
      Theelacht, die zweimal jährlich eine Verteilung an feststehenden Terminen vornahm. Heiko Camper ist
      langjähriger Syndikus dieser Theelacht in Norden, an der nach alter Tradition nur Männer teilnehmen
      dürfen.

 

45. Ludwig Stöhr

      Früher haben die Heringsfischereien an der Nordsee eine große Bedeutung gehabt. Sie waren übermäßig
      erfolgreich und haben innerhalb von 400 Jahren die Nordsee leer gefischt. Ludwig Stöhr war einer der
      Fischer auf den vielen Loggern in Emden und Leer. Sehr anschaulich beschreibt er seine schwere Arbeit
      vom Fang, der Verarbeitung der Heringe bis in die Kantjes, als wären wir selbst dabei gewesen. Heringe
      waren früher das Essen armer Leute. Jetzt sind sie rar und gelten als Delikatesse für volle Geldbeutel.

 

46. Heiko Albers + Adolf Wilken

      Ostfriesland hat zwei starke Feinde, gegen die ein unermüdlicher Kampf geführt wird. Das sind der
      „Blanke Hans“ die Nordsee und das Regenwasser, das aus dem Land entfernt werden muss. Heiko Albers
      ist Obersielrichter vom Entwässerungsverband Moormerland. Er und sein Team sorgen dafür, dass wir

      trockene Füße behalten und unser Land bearbeitet werden kann.

      Der Verband sorgt für das umfangreiche Grabensystem und die Umlage der Kosten an alle Haus- und
      Grundstückseigentümer.

 

47. Pastor i. R. Carl Osterwald

      Die Zeit des Nationalsozialismus hat in Deutschland tiefe Spuren hinterlassen. In Ostfriesland, in
      Engerhafe, wurde ein Konzentrationslager angelegt, in dem in wenigen Monaten viele Häftlinge durch
      unwürdige Behandlung ums Leben kamen. Neben der Kirche erinnert eine Gedenkstätte an das Leiden.

      Herr Osterwald hat die Gräueltaten aufgearbeitet und in unserm Gespräch die Hintergründe beleuchtet, 
      durch die es zur Machtergreifung durch Hitler kommen konnte. Wer als junger Mensch Einblick in die
      Geschichte nehmen möchte, sollte diesen Film unbedingt sehen.

 

48. Paul Zimmer

      Aus Ostpreußen vertrieben, kam er mit seiner Mutter nach Ostfriesland. An einer guten
      Schulbildung mangelte es sehr und eine Lehrstelle war schlecht zu finden. Daher machte er im
      Ruhrgebiet eine Bergmannslehre. Ostfriesland aber war seine neue Heimat geworden, und er
      kehrte zurück. In der Ziegelei Cramer in Midlum, im Rheiderland, fand er einen Arbeitsplatz, dem
      er vom Anlernling bis zum Brennmeister bis zur Betriebsstilllegung treu blieb. Er berichtet uns wie
      aus Schlick, auch Klei genannt, schöne bunte Klinkersteine entstehen. Davon erzählt er auch den  
      Gästen, die ihn im Ziegeleimuseum besuchen.

 

49. Erich Berg

      Mit 14 Jahren aus der Schule entlassen, fand er bei einem Landwirt in der Krummhörn einen
      Arbeitsplatz. Den Umgang mit Pferden hatte er schon als Schüler gelernt. Doch die Arbeit war
      schwer und ermüdend, wenn dem Pferdegespann auf klumpigem Untergrund hinterher gelaufen

      werden musste. Als er alt genug war für den Führerschein, wurde er LKW-Fahrer und bekam

      besseren Lohn. Doch hier drückten ihn schwere Kohlen- oder Getreidesäcke. Er wechselte seinen
      Arbeitsplatz erneut und ging zum Tiefbau, später zu den Frisia- Erdölwerken in Emden. Dort blieb
      er bis zur Rente.

50. Jan und Cora Bültjer

      Der Schiffbau an der Ems hat eine lange Tradition. In Ditzum ist es die Firma Bültjer, die in 5. Generation tätig ist.
      Das alte Handwerk, Holzschiffe zu bauen, wird in Zeiten von Stahl oder Kunststoff kaum noch nachgefragt.
      Bültjer jedoch hält daran fest, renoviert und repariert mit Liebe zum Detail wertvolle Traditionsschiffe.
      Im Gespräch mit Jan und Cora Bültjer erfahren wir Familiäres und die betriebliche Verbundenheit zum
      natürlichen Werkstoff Holz.

 
51. Linchen Albers

      Im Alter von über 100 Jahren ist Linchen Albers noch rüstig und geistig rege. Sie weiß viel zu berichten, doch das
      größte Erlebnis, verbunden mit Angst und Sorge, war die Kapitulation der Stadt Aurich zum Ende des Krieges
      1945. Ihr Mann Hinrich Albers und Friedrich van Senden haben sich in Eigenverantwortung bei Nacht und Nebel
      auf den Weg gemacht, um in Ulbargen, im Quartier des kanadischen Militärs, mit Oberst Robberts die
      Kapitulation Aurichs zu besprechen. In letzter Minute vor dem ausgehandelten Ultimatum kam es zur Einigung,
      durch die die Stadt Aurich vor der sicheren Zerstörung bewahrt werden konnte.

 

52. Helfried Assing

      In Spetzerfehn geboren und aufgewachsen, beschreibt Helfried Assing das Leben auf dem Fehn. Die kleinen
      Kolonate hatten eine Fläche von etwa 2 ha. Sie reichten aus für die Erzeugung der Grundnahrungsmittel und für
      ein paar Tiere. Der Haupterwerb bestand darin, Torf zu graben und an die Käufer auszuliefern. Die schwere
      Arbeit nahmen die Kolonisten in Kauf, denn sie waren selbständig und keine Tagelöhner. Dabei waren die
      Familien recht groß und jedes Kind musste schon früh bei der Arbeit und den Pflichten zupacken.

 

53. Hans Adolf Heyen

      Seine Leidenschaft, die Rundfunk- und Fernsehtechnik, hat ihn von Jugend auf gefesselt. Schließlich machte er
      es zu seinem Beruf. Heyen wurde Funker bei der Station „Norddeich Radio“. Dafür war es erforderlich, eine
      aufwendige Ausbildung zu absolvieren. Er fuhr einige Jahre zur See, bereiste viele Länder und wurde dabei als
      Funker ausgebildet. So war Praxis und Theorie verbunden. Norddeich Radio wurde 1907 von Kaiser Wilhelm II
      gegründet. Fast 100 Jahre wurden die Verbindungen zu den Schiffen auf allen Weltmeeren hergestellt, bis die
      Satelliten diese Funktion übernahmen.

 

54. Manfred Lachmann

       Aufgewachsen in Niederschlesien, erlebte Lachmann die Kriegsjahre mit allen Unannehmlichkeiten und
      schließlich der Flucht aus der Heimat. Nach Ostfriesland kam er in Güterwagen und fand hier ein neues
      Zuhause. Erst jetzt konnte er eine richtige Schule besuchen und einen Beruf erlernen. Er wurde Polizist bis in die
      höhere Laufbahn. Als er in Hamburg die Verstrickungen der Politiker mit dem Rotlichtmilieu aufdeckte, war er
      ungern gesehen und wurde vom Dienst disqualifiziert,

 

55. Bernhard Hinrichs

      Bernhard Hinrichs lebt als Landwirt in Bagband und kennt noch die Zeit, als die Kleinbahn hier im Ort ihren
      Knotenpunkt zwischen Leer und Aurich hatte. Hier wurden auch Vieh und Güter umgeschlagen, ein Geschäft,
      woran sich seine Familie beteiligte, ebenso wie mit einer Gastwirtschaft und einem Lebensmittelhande.
      Daneben führten sie eine kleine Landwirtschaft.

      Vieles hat sich geändert: die Kleinbahn gibt es nicht mehr, der Laden wurde aufgegeben und die Dorfkneipe hat
      nur noch eine geringe Bedeutung. Heute ist eine große Landwirtschaft der Lebensmittelpunkt.

 

56. Georg Murra - Regner

      In Dornum gibt es noch eine Synagoge. Sie ist eine der wenigen Synagogen, die die Pogromnacht der Nazizeit in
      der Nacht 8./ 9. November 1938 überstanden haben.

      Murra - Regner betreut diese Synagoge und gibt interessierten Gästen gerne ausführliche Auskunft über das
      tragische, fremdenfeindliche Verhalten von Personen. Er berichtet über die Wiedereinrichtung der Synagoge und
      erzählt anschaulich über das traditionelle, religiöse Leben der jüdischen Gemeinde.

 

57. Gretchen Neumann

      Sehr amüsant erzählt Gretchen Neumann aus ihrem Leben. In Westgroßefehn geboren, besuchte sie die
      einklassige Schule. Ihr Vater hatte ein Malergeschäft. Leider war er körperlich leicht behindert. Da war es
      verständlich, dass sie ihm oft behilflich war. In den Kriegsjahren wurde sie dienstverpflichtet und kam in den
      Haushalt der schwer behinderten Scherenschnittkünstlerin Anna de Wall aus Mittegroßefehn.
      Ihre Erinnerungen   bestimmen unser heutiges Bild dieser wichtigen Künstlerin.

 

58. Karla Lammers

      Ihre Kinderzeit verbrachte sie in der DDR. Als ihr Vater sich mit den politisschen Vorgaben nicht mehr arrangieren
      konnte, verließ er mit Frau und Kindern die Heimat. Auf Umwegen kam er nach Ostfriesland. Karla fand trotz
      Vorurteilen einen Ausbildungsplatz. Sie lernte fleißig und fand bald ihre Anerkennung als strebsame und
      zuverlässige Mitarbeiterin. Sie behielt ihren Arbeitsplatz für lange Zeit, bis sie eine Familie gründete.

 

59. Jan de Buhr

      Er entstammt einer sehr erfolgreichen Seefahrerfamilie aus Warsingsfehn. Sein Opa und dessen Söhne hatten
      eigene Segler, die auf großer Fahrt den Atlantik überquerten und in Südamerika Frachtgut entlang der Küste
      transportierten. Die Ostfriesen waren als arbeitsam und zuverlässig gerne gesehen. Dadurch kamen sie in
      Argentinien an die Adressen von Rindfleischlieferanten, von denen sie ganze Ladungen kauften und mit einer
      sehr guten Marge in Brasilien und in der Karibik verkaufen konnten. Leider fand das alles ein Ende, als in einer
      neuen Zeit die größeren Motorschiffe die Segler verdrängten.

 

60. Henni Hinrichs

      Nach ihrer Ausbildung zur Gästeführerin hat sie sich der Heimatkunde und der Kirchenführung in Mittegroßefehn
      gewidmet. Mit großer Leidenschaft hat sie das Leben und Wirken von Johann Heinrich Leiner aufgearbeitet und
      in diesem Interview wiedergegeben. Leiner hat als junger Pastor in Mittegroßefehn viel geleistet. Er hat das
      Rettungshaus gegründet, das Armenhaus und auch den Bau der ersten Kirche in Mittegroßefehn durchgesetzt.
      Obwohl er nur 36 Jahre alt wurde, sind seine Erfolge bis heute wirksam und finden über das Leinerstift hinaus
      große Anerkennung.

 

 61. Hermann Heyen

       Der letzte Fischer vom Dollart, das ist Hermann Heyen. Schon als Schuljunge hat er gerne den Unterricht
      versäumt, um im Watt Fische zu fangen. Diese Leidenschaft hat ihn zeitlebens nicht verlassen. Als seine Eltern

      berufsbedingt von Neßmersiel nach Kanalpolder zogen, fand er auch hier gute Bedingungen für seine
      Leidenschaft. Täglich stellte er Reusen auf und konnte so mit dem Fischfang sein Taschengeld und später sein
      Einkommen für seine große Familie aufbessern. Doch auch die winterlichen Gefahren und Todesangst hat er

      erlebt.

 

 62. Friedrich Kleemann

      Wo Leda und Jümme das Land durchschneiden, ist ein Niederungsgebiet, in dem früher in jedem Winter das
      Land vom Wasser bedeckt war. Dort hat Friedrich Kleemann seinen Hof. Durch Wasserbaumaßnahmen, wie das
      Ledasperrwerk, konnten die Überschwemmungen verhindert und 7 500 ha Land landwirtschaftlich besser
      genutzt werden. Davon wird hier berichtet. Aber auch von den Kriegshandlungen der letzten Tage im Mai 1945,
      als durch feindliche Angriffe viele Bauernhöfe in Potshausen in Brand geschossen und etliche Personen zu
      Opfern wurden.