128   Wiese                  Johann Frerichs von der Brücke zur Wasserflä.

129   Garten                 Garten zu Hausnr. Leerer Landstr. 59

130   Gewässer           Einschnitt vom Fehntjer Tief

131   Hofraum              Knechtsscheune, gehört zur Sägemühle     Leerer Landstraße 59

133   Wiese                  nördöstliches Gelände

134   Hofraum              Sägemühle, jetzige Gattersäge

135  Hofraum          Gebäude Leerer Landstraße 59

136  Hausgarten     Garten zu Leerer Landstr. 59

137   Hofraum              Nebengebäude zu Leerer Landstr. 59

138   Hofraum              Gebäude Leerer Landstraße 60

139   Hausgarten        Garten zu Leerer Landstr. 60

140   Weide                 westl. Eilandgelände

145   Wegeverband Amt Aurich Schirum nach Neermoor - Leerer Landstraße

147   Canal von Emden        Fehntjer Tief


 

Fehnmuseum Eiland                                                              Stand: 23.05.2023

Gebhard Siefken

Leerer Landstraße 59 + 60

heute

Museum und Teestube auf dem Eiland

 

1776        erwirbt der aus Aurich stammende Holzhändler Johann Hermann Rhoden das 3 ½ Diemat große Gelände des heutigen Eilands, damals Körtdelle genannt, mit dem Ziel sich dort eine Holzhandlung mit einer Sägemühle aufzubauen.

 

1778        wird das erste Wohnhaus in die Brandkassenakten eingetragen.

       

1783        stirbt Johann H. Rhoden im Alter von nur 36 Jahren. Seine Witwe Arentje Janssen Kruse führt das Unternehmen weiter und verfolgt weiterhin den Plan zur Errichtung einer Sägemühle.

 

1785        wird laut Brandkassenakten ein weiteres Gebäude gebaut. Es wird bei der Brandkasse zuerst als Haus bezeichnet, aber ab 1791 als Holzbude. Diese Holzbude wird in den Akten ab 1804     als Holzbude mit Geneverbrennerei bezeichnet und geht in den Besitz des Sohnes     Johann Wilhelm Rhoden, Holzhändler in Großefehn, über.

 

1792        wird der Bau einer Schneide- und Barkmühle auf dem Eilandgelände für die Witwe von Johann Hermann Rhoden, ihren Sohn Johann Wilhelm Rhoden und dessen Ehefrau Catharina von Höveling genehmigt. Das Mahlen von Getreide war aber verboten.

        (Bark=Rinde der Eiche, wird zum Gerben benötigt)

 

1794        ist die Mühle fertiggestellt.

 

Das Unternehmen läuft aber nicht richtig und ab 1797 müssen nach und nach 7 Hypotheken aufgenommen werden.

 

1810        wird dann Konkurs angemeldet.

 

1811         kauft Johann Frerichs die gesamte Konkursmasse.

Johann Frerichs ist der Schwiegersohn der Witwe Rhoden.

 

1830        übergibt Johann Frerichs den Besitz an seinen Sohn Johann Hermann Frerichs. Bei der Mühle sind allerdings noch Cashien Dirks, Erben, und Johann Tönjes Cassens, Holzhändler, eingetragen.

 

1841        gehen die Anteile der beiden Partner auch an Johann Hermann Frerichs über. Er ist jetzt alleiniger

Besitzer des „Eilands“.

 

1846        läßt J. H. Frerichs südöstlich der Mühle eine Scheune mit Knechtswohnung bei der Brandkasse eintragen. Hier hat später der Sägeknecht „Lüttje Soeke“ gewohnt.

 

1850        wird von J.  H. Frerichs ein weiteres Haus mit Scheune nordwestlich der Mühle an der Landstraße gebaut, das spätere „Schlömersche Haus“. 1853 wird noch eine Holzscheune an dieses Gebäude gebaut.

 

1852        brennt die Mühle ab, wird aber umgehend wieder aufgebaut.

 

1858        brennt die Mühle erneut ab und wird erneut wieder aufgebaut.

 

1883        stirbt J. H. Frerichs. Erbe ist sein Sohn Johann Frerichs.

 

1894        Coob Schlömer aus Lübbertsfehn übernimmt das „Eiland“ mit allen Gebäuden von        Johann Frerichs.

 

1899        wird der Besitz geteilt. Coob Schlömer sen. behält den östl. Teil des „Eilands“, das Haus des heutigen Museums

(Leerer Landstraße 59), die Sägemühle und die Holzbude mit Wohnung (Knechtsscheune) und betreibt hier eine Bäckerei.

(Nach Brandkassenakten)

 

Sein Sohn Cobus Coobs Schlömer, jun. übernimmt den westl. Teil der Besitzung (Leerer Landstraße 60) mit dem Haus und der Holzscheune (wird Werkstätte) und betreibt hier eine Zimmerei. (Nach Brandkassenakten).

Schlömer sen. und Schlömer jun. sind beide Schiffbaumeister. Schlömer sen. ist zu diesem Zeitpunkt schon 79 Jahre alt. Er hat vorher in Lübbertsfehn eine Schiffswerft betrieben, die sein anderer Sohn Gerhard nach Oldersum verlegt hat.

 

1903        wird der östl. Teil (später Leerer Landstraße 59) des Eilands mit sämtlichen Gebäuden und Mühle an den Bautechniker

Jann Jibben Dannholz aus Timmel verkauft

        Er betreibt hier eine Baumaterialhandlung und eine Holzsägerei.

       

1905        brennt die Sägemühle ab. Ursache: Ein heiß gelaufenes Gleitlager. Die Mühle wird nicht wieder aufgebaut. Für den weiteren Betrieb der Sägerei wurden neue Gebäude errichtet.

        Bei der Brandkasse sind folgende Gebäude aufgeführt:

Wohnhaus, Scheune, Holzbude mit Wohnung (hier hat wahrscheinlich später „lüttje Soek“ gewohnt.)

        Maschinenhaus, Transmissionshausanbau, Sägeschuppen

 

 

1912        übernimmt der Stellmachermeister Johann Brunken diesen Teil des Eilands. Er betreibt hier eine Baumaterialhandlung, eine Holzsägerei und eine Schmiedewerkstatt. Zudem stellt er landwirtschaftliche Maschinen her, wie Bauernmühlen, Dreschmaschine,    Windfegen und vieles mehr. Es war eine umfangreiche Maschinenfabrik, die allerdings im   Laufe der Industrialisierung nicht mithalten konnte und eingestellt wurde.

 

1948        übernimmt Follrich Onneken den Betrieb. Er ist der Enkel von Johann Brunken. Er betreibt hier weiterhin die Sägerei, eine Baumaterialhandlung und später noch eine   Tankstelle. Das Ganze entwickelt sich nicht so wie erhofft und 1965 wird die Sägerei geschlossen.

 

1974        ist gemäß Aufstellung der Gemeinde Großefehn Wilhelm Saathoff neuer Besitzer des östl.Teils des Eilands mit der Hausnummer Leerer Landstraße 59.

Der westl. Teil des Eilands ist nach dem Tod von Cobus Coobs Schlömer 1932 auf seinen Sohn Johann Schlömer übergegangen, der dort eine Landwirtschaft betrieb.

Hier wird nach der Gemeindeaufstellung mit der

Leerer Landstarße 60   Hinrika Schlömer  
als Eigentümerin genannt.  Die Gebäude wurden ca. 1986 abgebrochen.

 

1985        beschließt die Gemeinde Großefehn den Entwurf eines Bebauungsplanes für das Eiland und kauft 1986 das gesamte Gelände von den vorherigen Eigentümern.

 

1987        wird das Sägewerk durch Mitarbeiter des Bauhofes restauriert

Das Gebäude von Leerer Landstraße 59 wird restauriert und zum „Fehnmuseum Eiland“    umgewidmet.

       

1989        Aus dem Baumaterial des Schlömerschen Hauses wird ein Landarbeiterhaus rekonstruiert mit der Hausnummer Leerer Landstraße 58 a.

 

Seit 2008 ist der Verein „Fehnmuseum Eiland“ verantwortlich für das Museum mit Gattersäge, Schmiede und Remise.

Träger ist weiterhin die Gemeinde Großefehn.

 

Quellen:   Versicherungsakten der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse

Geschichte des Großefehn von Tebbenhoff
Flurbuch Westgroßefehn von 1888

                Die Mühlen von Großefehn von Wietor

                Ortssippenbücher Timmel und Weene

                Ausarbeitung zum Eiland von Kerstin Buss und Heyo Onken

Liste der Gemeinde Großefehn bezüglich neuer Straßennamen und Hausnummern.